Zertifizierung PEFC

Waldzertifizierung nach den Standards von PEFC basiert auf den sehr strengen Richtlinien für die nachhaltige Bewirtschaftung von Wäldern. Trägt ein Produkt aus Holz das PEFC-Siegel, dann heißt das: Die gesamte Produktherstellung - vom Rohstoff bis zum gebrauchsfertigen Endprodukt - ist zertifiziert und wird durch unabhängige Gutachter kontrolliert. Ihre Entscheidung für ein Produkt mit PEFC-Siegel ist damit ein Glück für den Wald!

Wir brauchen den Wald als Lebensgrundlage für Pflanzen, Tiere und Menschen. Der Wald reguliert das Klima und ist unser Erholungs- und Entdeckungsraum, ein Spielplatz und ein Ausflugsort.

Holz ist eines der schönsten Materialien. In der Industrie und in den Bereichen des Lebens wird es immer stärker eingesetzt. Industriell gewinnt es immer mehr Bedeutung, da es mit wenig Energieaufwand verarbeitet wird und es vollständig stofflich verwertet werden kann. Es werden Holzhäuser, Möbel, Spielsachen, Küchenutensilien, Dekorationsartikel, erzgebirgische Volkskunst, Energie, Vogelhäuschen und vieles mehr hergestellt. Mit dem Werkstoff Holz kann man gestalterisch schön spielen, durch seine Farbe, Maserung und Beschaffenheit.

Bei PEFC geht es um eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, die in heutiger Zeit, durch das große Waldsterben, nicht so einfach ist.

Pressemitteilung vom 13.03.2020

Bei Oster-Deko aus Holz auf die Herkunft achten

Um unser Zuhause österlich zu gestalten, umgeben wir uns gerne mit passenden Dekoartikeln und Accessoires aus Holz. Besonders, wenn sie günstig sind. Das Problem: Nicht immer verraten uns die Produkte, aus welchem Holz sie geschnitzt sind und ob dieses aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern stammt. PEFC rät Verbrauchern deshalb, beim Einkauf genau hinzuschauen und im Zweifel nachzufragen.

Stuttgart, 13.03.2020: Hasen, Hühner, Eier und Körbchen mit grün-gefärbter Holzwolle – es gibt viele Figuren und Dekoartikel aus Holz, die unser Zuhause an Ostern schöner machen. Die meisten davon sind bereits für wenige Euro in Discountern, Baumärkten oder im Internet zu erhalten. Doch woher stammt eigentlich das Holz, aus dem diese Produkte gefertigt werden?

„Bei vielen Dekoartikel aus Holz fehlt ein glaubwürdiger Nachweis über die Holzherkunft“, gibt Dirk Teegelbekkers, Geschäftsführer der Waldschutzorganisation PEFC Deutschland, zu bedenken und erläutert: „Das Herstellungsland und die Holzart allein sagen noch nichts darüber aus, ob das Holz aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern oder aber aus Raubbau stammt. Auf vielen Dekoartikeln wird als Materialart sogar nur ‚Mischholz‘ angegeben. Welche Holzarten darin versteckt sind, erfährt der Kunde nicht.“ Sein Tipp an Verbraucher: Auf Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel achten. Es steht für Holz, das aus Wäldern stammt, in denen strenge ökologische und soziale Standards gelten.

Beliebte Hölzer für Dekoartikel

Ein Großteil des Holzes von günstigen Dekoartikeln stammt aus den Ländern Ostasiens. Dort wächst z.B. der Blauglockenbaum (Paulownia tomentosa). Paulownia-Holz ist hell, besitzt eine gleichmäßige Struktur und einen seidigen Glanz. Wegen seiner ansprechenden Optik, Stabilität und seinem geringen Gewicht werden daraus z.B. Schmuckschatullen oder Geschenkboxen gefertigt. In China wächst das Holz meist auf sogenannten Schnellwuchsplantagen, wo eine junge Pflanze bereits nach vier Jahren eine Wuchshöhe von acht Metern erreicht und nach gerade einmal zwölf bis 15 Jahren geerntet wird. Damit wächst sie doppelt so schnell wie die in Deutschland beheimatete und schnellwachsende Pappel.

Auch Bambus – botanisch ein Gras – wächst in kürzester Zeit auf chinesischen Plantagen. Im tropischen Klima können kleine Bambusarten bis zu 30 Zentimeter am Tag wachsen, der Riesenbambus kann sogar bis zu einem Meter am Tag an Größe zulegen. Industriell verarbeitet werden vor allem die verholzten Halme (Stämme). Bambus ist hart und dicht, sodass kaum Wasser eindringt. Deshalb wird Bambus gerne dekorativ in Badezimmern verwendet, z.B. für Badmöbel und kleinere Accessoires, wie Zahnputzbecher oder Seifenspender.

Hochwertige Badezimmereinrichtungen sind meist aus Tropenhölzern, wie Teak, gefertigt. Teak zählt zu den ältesten und edelsten Harthölzern Asiens und hat ein edles, goldbraunes Aussehen mit einer feinen dunklen bis schwarzen Maserung. Kleinere Zuschnitte werden zu Haushalts- und Dekoartikeln verarbeitet und nach Europa exportiert.

Der Plantagenanbau außerhalb Europas bringt häufig ökologische Probleme mit sich. Schnellwachsende Monokulturen besitzen einen hohen Wasserbedarf, laugen die Böden aus und sind anfälliger gegen Schädlinge. In einigen Ländern wird oft sogar wertvoller Urwald für sie gerodet.

Aufwand und Nutzen hinterfragen

„Egal ob Tropen- oder Plantagenholz aus Fernost, bei Dekoartikeln stehen oft lange Transportwege einer kurzen Nutzungs- und Lebensdauer gegenüber“, so Dirk Teegelbekkers. Tropenhölzer komplett aus Europa zu verbannen, hält er jedoch für falsch. „Tropenhölzer sollten nur dann gekauft werden, wenn sichergestellt werden kann, dass das Holz aus verantwortungsvoller Forstwirtschaft stammt. Hier gibt das PEFC-Siegel dem Verbraucher Orientierung und Sicherheit. Aufgrund der langen Transportwege sollten vor allem hochwertige Tropenholzprodukte mit einer langen Lebenszeit, wie z.B. Dielen für Böden und Fassaden oder hochwertige Gartenmöbel, importiert werden“, rät Teegelbekkers. Dekoartikel und Accessoires sollten möglichst aus heimischen Laub- und Nadelhölzern gekauft werden, bei Anbietern, die über die nachhaltige Herkunft Auskunft geben können.

Körbchen mit grün-gefärbter Holzwolle und bunten Eiern dürfen an Ostern nicht fehlen. Trägt das Ostergras das PEFC-Siegel, stammt das eingesetzte Holz aus verantwortungsvoll bewirtschafteten Wäldern (Foto: © PEFC Deutschland).
Baumscheiben-Untersetzer sind ein beliebtes Deko-Accessoire. Ob das Holz allerdings aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern oder aber aus Raubbau stammt, ist für Verbraucher meist nicht erkennbar. Bei vielen Dekoartikel aus Holz fehlt ein glaubwürdiger Nachweis über die Holzherkunft (Foto: © KOLLAXO).
Liebevoll handgefertigte Osterdeko aus Holz aus heimischen, PEFC-zertifizierten Wäldern (Foto: © Paul Ullrich GbR ).

PEFC ist die größte Institution zur Sicherstellung nachhaltiger Waldbewirtschaftung durch ein unabhängiges Zertifizierungssystem. Holz und Holzprodukte mit dem PEFC-Siegel stammen nachweislich aus ökologisch, ökonomisch und sozial nachhaltiger Forstwirtschaft.

PEFC Deutschland e.V. wurde 1999 gegründet und entwickelt die Standards und Verfahren der Zertifizierung, stellt der Öffentlichkeit Informationen bereit und vergibt die Rechte am PEFC-Logo in Deutschland. PEFC ist in Deutschland das bedeutendste Waldzertifizierungssystem: Mit 7,6 Millionen Hektar zertifizierter Waldfläche sind bereits rund zwei Drittel der deutschen Wälder PEFC-zertifiziert.

Quelle: pefc.de